Der Sommer war bereits sehr durchwachsen und leider nicht so sonnenreich wie die Jahre zuvor.
Doch erst jetzt kommt 'offiziell' die Zeit des schlechten Wetters: Dunkelheit, Regen, Sturm,
rutschige Straßen, Nebel und auch vermehrter Wildwechsel erfordern vom Autofahrer eine neue
Sicht der Dinge. Vorsicht muss jetzt noch größer geschrieben werden als bisher.
Kontrollblick auf Reifen und Wischer
Zur Vorbereitung auf schlechtes Wetter gehört der Blick auf die Profiltiefe der
Reifen und - oft vergessen - auf den Zustand der Wischerblätter. Die Scheibenwischer
des Autos sind wahre Langstreckenläufer. Insgesamt etwa 1.600 Kilometer legt der
Durchschnittswischer jährlich auf der Windschutzscheibe eines Pkw zurück.
Die Wischerblätter sollten laut Zulieferer Bosch zweimal jährlich ausgetauscht werden - am besten
im Frühjahr und im Herbst. Ein Wechsel im Herbst ist sinnvoll, weil die Gummis > infolge
des Festklebens durch längere Ruhestellung im heißen Sommer gelitten haben. Die Lebensdauer
der Gummis wird auch durch Unebenheiten auf der Scheibe, ozonhaltige Luft und UV-Strahlen verkürzt.
Da mit den Temperaturen auch der Reifendruck fällt, muss dieser bei kälterer Witterung häufiger
kontrolliert werden. Beim Motoröl ist auf kältegerechte Viskosität zu achten. Aus der
Zuleitung der Standheizung muss das Kondenswasser entfernt werden. Eventuell ist der Filter zu erneuern.
Wenn ein Kat-Fahrzeug nach der ersten kalten Nacht morgens nicht gestartet werden kann, sollte auf keinen
Fall versucht werden, es durch langes 'Orgeln' oder Anschleppen zum Laufen zu bringen. Bei solchen
Start-Manövern kann unverbrannter Treibstoff in den Auspuff gelangen und sich dort später entzünden.
Dies beschädigt unter Umständen den Katalysator, der dann vorzeitig ausgewechselt werden muss.
Bei nicht anspringenden Kat-Autos sollte daher immer ein Starthilfekabel verwendet werden,
um von einem anderen Fahrzeug den zum Anlassen notwendigen Strom 'abzuzapfen'.
Nebel und schlechte Sicht bedeuten Alarmstufe rot
Schlechte Sicht und Nebel zählen zu den gefährlichsten Begleiterscheinungen des Herbstes.
Wichtig vor allem: Bei Sichtweiten unter 50 Metern darf bei Nebel - auch auf der Autobahn - nicht
schneller als 50 km/h gefahren werden. Ist die Sicht deutlich schlechter, muss auch die
Geschwindigkeit weiter reduziert werden. Als Anhaltspunkt für die Sichtweite können die
seitlichen Leitpfosten dienen, die meist in 50 Meter Abstand aufgestellt sind. Bei ganz
dichtem Nebel können schon 30 km/h zu schnell sein. Bei Sichtweiten unter 50 Metern dürfen
Lkw über 7,5 t Gesamtgewicht grundsätzlich nicht mehr überholen. Dieses Überholverbot gilt
für alle Straßen. Oberstes Gebot in solchen Situationen ist ein ausreichender Sicherheitsabstand.
Sobald sich die Sichtverhältnisse verschlechtern, muss auch bei Tage das Fahrlicht eingeschaltet
werden. Nebelscheinwerfer helfen, im Mittel- und Seitenbereich besser zu sehen. Bei Sichtweiten
unter 150 Metern können diese dem Abblendlicht zugeschaltet werden. Die Nebelschlussleuchte mit
ihrer 40fach höheren Lichtstärke darf in Deutschland nach wie vor nur eingeschaltet werden,
wenn die Sichtweite bei Nebel unter 50 Metern liegt. Ansonsten wird sie zur Behinderung
für den nachfolgenden Verkehr.
Wird ein Parkplatz angesteuert, sollte die Fahrzeugbeleuchtung stets eingeschaltet sein,
da man ansonsten sehr leicht übersehen werden könnte.
Starkwind nicht nur auf Brücken tückisch
Zur tückischen Begleiterscheinung des Herbstes zählt Sturm. Erhöhte Vorsicht ist bei starkem Wind
vor allem auf Brücken, Waldschneisen sowie Autobahnviadukten und Bergkuppen geboten. Besonders
kritische Stellen sind häufig mit Windsäcken oder entsprechenden Verkehrsschildern gekennzeichnet.
Zusätzlich ist es hilfreich, bei starkem Wind Bäume, Sträucher und den Vordermann wachsam im Auge
zu behalten. Dem seitlichen Abstand kommt jetzt besondere Bedeutung zu. Außerdem heißt es: Geschwindigkeit
reduzieren. So gewinnt man wertvolle Zeit, um die erforderlichen Lenkkorrekturen durchzuführen.
Besonders beim Überholen von Fahrzeugen mit großer Windangriffsfläche wie Lkw, Vans oder
Wohnmobilen gerät man nämlich erst in den Windschatten und wird anschließend beim Weiterfahren
mit voller Wucht vom Seitenwind getroffen. Nicht nur Autos mit Anhänger, sondern auch einspurige
Fahrzeuge wie beispielsweise Motorräder geraten da leicht ins Schwanken. Stürme können auch
Hindernisse wie Äste, Dachziegel oder gar ganze Bäume auf die Fahrbahn oder gegen das Auto blasen.
Entstehen dadurch Schäden, kommt hierfür die Teilkasko-Versicherung auf, die auch in jeder
Vollkasko-Versicherung enthalten ist. Eingeschlossen in diese Leistung sind nach Angaben der
Versicherungsexperten der HUK-Coburg sowohl Schäden am parkenden Fahrzeug als auch Kollisionen
mit umgestürzten Bäumen oder vergleichbaren Hindernissen. Allerdings muss der Fahrzeughalter
notfalls mittels der Angaben vom Wetteramt nachweisen, dass zu diesem Zeitpunkt mindestens
Windstärke acht herrschte.
Laub und Erntereste wie Glatteis
Vorsicht auf allen Straßen, wo Bäume in der Nähe sind. Herbstlaub und Nässe bilden einen Schmierfilm,
der in seiner Gefährlichkeit dem Glatteis nicht nachsteht. Ähnliche Wirkung haben auf Landstraßen
frische Ackerrückstände wie zum Beispiel plattgefahrene Rüben. Verlorene Ladung stellt in der Erntezeit
ohnehin ein zusätzliches Unfallrisiko dar. Autofahrer sollten sich auch nicht darauf verlassen,
dass besonders schmierige Gefahrenstellen mit einem Warndreieck oder einer Warnleuchte abgesichert
sind. Besonders dort, wo landwirtschaftliche Erntefahrzeuge bremsen, anfahren oder abbiegen, muss
auf heruntergefallene Ladung geachtet werden.
Vermehrter Wildwechsel durch Brunftzeit
Auch mit vermehrtem Wildwechsel müssen Autofahrer jetzt wieder rechnen. Grund: Der Herbst ist
die Brunftzeit des Rotwildes, das dann vor allem in der Dämmerung verstärkt unterwegs ist. An
allen Straßenabschnitten mit Wildwechsel-Warnschildern und in allen Waldabschnitten sollte man
daher unbedingt das Tempo vermindern. Beim Auftauchen eines Rehs ist stets mit weiteren Tieren
zu rechnen. Oft folgt ein erschrecktes Rudel, häufig bleiben dann Tiere auf der Straßen stehen
oder jagen zurück. Springt trotz aller Vorsicht ein Tier vor das Auto, sind hektische Ausweichmanöver
keine Lösung. Es besteht die Gefahr, an einem Baum oder im Graben zu landen. Zusätzlich wird der
entgegen kommende bzw. nachfolgende Verkehr stark gefährdet.
Fußgänger leben jetzt besonders gefährlich
Fußgänger leben jetzt besonders gefährlich. Hauptgrund: Die Autofahrer stellen sich zu
langsam auf die durch Dunkelheit schlechter werdende Sicht ein. Um besser gesehen zu werden,
sollten Fußgänger in möglichst heller oder aber mit aufklebbaren Reflektoren versehener Kleidung
unterwegs sein. Die Fahrbahn ist immer nur an einer gut beleuchteten Stelle, niemals jedoch direkt
hinter einem parkenden Fahrzeug zu überqueren. Auf von rechts kommende Autos muss besonders geachtet
werden, da deren Fahrer wegen des asymmetrischen Abblendlichtes auf der linken Seite weniger gut sehen.
Wir wünschen Ihnen gute Fahrt!